Eberlin, Familie
Johann Ernst: get. 27.3.1702 Jettingen bei Burgau/D, † 19.6.1762 Salzburg. Komponist und Organist. Erhielt seine erste musikalische Ausbildung in Augsburg, lebte ab 1721 in Salzburg, wo er bis 1723 an der Benediktiner-Univ. studierte und sich dann ganz der Musik widmete. 1726 vierter Organist am Salzburger Dom, 1729 Nachfolger von M. Gugl als Hof- und Domorganist unter fünf Erzbischöfen. 1742–48 Orgel-Lehrer am Kapellhaus, 1749 Hof- und Domkapellmeister, 1754 Titular-Truchsess. E. wirkte 3 Jahrzehnte im Salzburger Musikleben, war auch Lehrer von L. Mozart und gehörte zum Freundeskreis der Familie Mozart. Ab 1742 schrieb er zahlreiche Schulspiele (Schuldrama) und Oratorien für die Univ. Salzburg und das Stift St. Peter. Seine Werke sind zwischen Spätbarock und Frühklassik angesiedelt. Galt als Meister des kontrapunktischen Satzes und bildete mehrere Schüler aus, u. a. A. C. Adlgasser und G. Pasterwiz. Komponierte gemeinsam mit L. Mozart die Musikstücke für das Orgelwerk des Mechanischen Theaters in Hellbrunn und das Hornwerk der Festung Hohensalzburg.
W: zahlreiche kirchenmusikalische Werke (davon ca. 70 Messen), 21 Oratorien, 61 Schuldramen (u. a. Sigismundus), 3 Opern (auf Texte von P. Metastasio, nicht überliefert); Instrumentalmusik (Sinfonien, Divertimenti); Orgelwerke (Toccate [s. Tbsp.], Versetten). NA: Oratorium. Der blutschwitzende Jesus und Stücke aus anderen Oratorien in DTÖ 55 (1921); 2 Motetten in DTÖ 80 (1936).


Seine Töchter
Maria Cäcilia Barbara: get. 17.11.1728 Salzburg, † 14.12.1766 Salzburg. Verheiratet mit dem Hofbassisten J. N. Meißner. War nicht die in den Mozart-Briefen erwähnte „E. Waberl“. Komponierte einige kleine Werke, v. a. Vokalmusik.
Maria Josepha Katharina: * 19.11.1730 Salzburg, † 14.5.1755 Salzburg. Seit 1752 mit A. C. Adlgasser verheiratet.
Maria Franziska Veronika: * 31.1.1735 Salzburg, † 13.1.1766 Salzburg. Sängerin. Ab 1759 am Salzburger Hoftheater.
Maria Barbara Gertrudis: * 21.4.1740 Salzburg, † 16.7.1806 Salzburg. Freundin von Nannerl Mozart, „E.-Waberl“ der Mozart-Briefe.
Lit: NGroveD 7 (2001); ÖL 1995; MGG 6 (2001); Salzburger KulturL 1987; Stieger II/1 (1977); E. Neumayr, Die Propriumsvertonungen J. E. E. , Diss. Salzburg 1997; M. Cuvay-Schneider, Die Instrumentalwerke J. E. E.s, Diss. Salzburg 1975; H. Schuler in Genealogie 26 (Feb. 1977) Bd. 13, H. 2; H. Schuler, Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte 1996; M. H. Schmid, Mozart und die Salzburger Tradition 1976; EitnerQ 3 (1900); H. Dopsch/H. Spatzenegger (Hg.), Geschichte Salzburgs II/3 (1991); J. H. Eibl (Hg.), Mozart. Briefe und Aufzeichnungen GA 7 (1975); Marx/Haas 2001.


AH  
[ Zuletzt aktualisiert: 2013/03/08 14:07:29 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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Johann Ernst Eberlin, Toccata Tertia für Orgel
© 1996  Studio Weinberg, 4292 Kefermarkt

Johann Ernst Eberlin, Fuga für Orgel
© 2011  Studio Weinberg, 4292 Kefermarkt


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